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Tipps ... wie Sie mit Ihren Kindern über sexuelle Gewalt sprechen können

Meistens geben wir uns dem (Irr-)Glauben hin, sexuelle Gewalt an Kindern finde immer nur woanders statt oder wird nur vom „fremden, bösen, schwarzen Mann“ verübt. Leider sieht die Realität ganz anders aus. 80 – 90% aller Fälle finden im sozialen Nahfeld des Kindes statt. Gerade deshalb ist es so wichtig, Kinder auf positive Art aufzuklären. Kinder und Jugendliche müssen eine Sprache an die Hand bekommen, die es ihnen erlaubt, auch schwierige Dinge zu benennen.. Vage Umschreibungen sind nicht besonders hilfreich und führen eher zu Verwirrung und noch mehr Scham.

Hier finden Sie einige Beispiele, die Sie als Richtschnur für eine solche Unterhaltung mit Ihrem Kind, Ihrem Enkelkind, Ihrer Schülerin oder Ihrem Schüler nutzen können:

  • Manche Erwachsenen oder älteren Jugendlichen sind einerseits nett und dann auch wieder ziemlich gemein. Sie wollen vielleicht, dass Kinder ihren Penis oder Ihre Vagina anschauen bzw. anfassen, obwohl Mädchen und Jungen das gar nicht selber wollen und ekelig finden. So etwas dürfen Kinder immer erzählen, auch wenn der Erwachsene oder Jugendliche es vielleicht verboten hat!
  • Du darfst immer erzählen, wenn jemand dir wehgetan oder deine Gefühle verletzt hat. Das ist kein Petzen! Im Gegenteil, es tut meistens sehr gut, mit einem Erwachsenen, dem du vertraust, darüber zu sprechen. Auch wenn du dich vielleicht schämst oder Angst hast, probier es aus. Meistens geht es dir danach doch besser.
  • Niemand darf dir weh tun oder dir Angst machen - nicht mit Worten oder mit Taten. Wenn dir jemand weh tut oder Angst macht, ist das gemein.
  • Wenn jemand dich eigenartig oder an Stellen berührt, die dir unangenehm sind; dir ekelige und sexuelle Sachen erzählt oder Bilder zeigt, darfst du immer wegschauen und NEIN sagen. Du darfst alles tun, was dir einfällt (Schreien, Schlagen, Treten, Weglaufen, ...), um dich in Sicherheit zu bringen!
  • Niemand darf dich gegen deinen Willen anfassen oder küssen. Noch nicht einmal Familienmitglieder. Du darfst dazu immer NEIN sagen. Manchmal gibt es allerdings Ausnahmen, wenn du zum Beispiel bei einem Arzt oder einer Ärztin bist und untersucht werden musst. Du darfst aber immer jemanden mitnehmen, dem du vertraust und der oder die auf dich Acht gibt
  • Wenn du beschämende oder perverse Anrufe bekommst – zum Beispiel stöhnt jemand ins Telefon oder redet über ekelige Dinge – darfst du den Hörer aufknallen, mit einer Trillerpfeife laut in den Hörer pfeifen oder anderen Lärm machen. Das tut nämlich weh im Ohr und derjenige ruft nicht wieder an. Erzähle deinen Eltern davon!
  • Geschenke bekommt man einfach so! Du darfst Geschenke auch ablehnen, wenn sie Dir nicht gefallen. Sollte Dir jemand ein Geschenk geben und dafür einen Gefallen oder eine Gegenleistung verlangen, ist das unfair und kein Geschenk sondern Erpressung.
  • Mädchen und Jungen dürfen Erwachsenen gegenüber auch NEIN sagen. Wenn dich zum Beispiel jemand nach dem Weg fragt, kannst du sagen, er oder sie soll doch jemand anders fragen und einfach weggehen.
  • Du musst niemandem Deinen Namen oder Deine Adresse sagen. Noch nicht einmal Menschen, die Du vielleicht vom Sehen kennst.
  • Sich selbst zu verteidigen ist gar nicht so einfach. Wenn es dir nicht gelingt, ist das nicht deine Schuld! Versuch jemanden zu finden, dem du dich anvertrauen kannst – Freunde, Freundinnen und vor allem vertrauenswürdige Erwachsene. Und dann nimm all deinen Mut zusammen und bitte sie um Hilfe. Sollte dir nicht geglaubt werden, gib bitte nicht auf! Du wirst sicher jemanden finden, der dir zuhört und hilft.

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So oder ähnlich können Sie mit Kindern über mögliche Gefahren sprechen. Damit geben Sie zu verstehen,

  • dass es in Ordnung ist, darüber zu sprechen,
  • dass Sie von solchen Problemen wissen und
  • dass Sie einem Kind helfen würden, wenn es sich Ihnen anvertraut.

Außerdem zeigen Sie, dass niemand vor Scham im Boden versinken muss, sondern darüber tatsächlich gesprochen werden kann.

Wichtig ist für Sie dann, zu wissen wo und wie Sie Hilfe bekommen können, wenn Sie die Vermutung haben, ein Kind wird sexuell missbraucht:

Die Infoline N.I.N.A. hilft Ihnen in solchen Fällen. Unter 01805 1234 65 oder www.nina-info.de finden Sie Hilfe und Unterstützung!

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