Hintergrund
Das Internet bzw. die digitalen Kommunikationstechnologien haben mittlerweile einen selbstverständlichen Platz im Alltag und Berufsleben eingenommen.
Laut JIM –Studie (Jugend, Information, Multi-Media) 2009 haben fast alle Jugendlichen (98%) zuhause Zugang zum Internet, die Hälfte kann vom eigenen Zimmer aus im WWW surfen. Die Jugendliche nutzen das Internet hauptsächlich um zu kommunizieren – in Chats, über Instant Messenger oder immer häufiger in Online-Communities. Aufgrund ihrer Unbefangenheit und Naivität können sie die Gefahren, die das Internet auch mit sich bringt, oft nur unzureichend erkennen.
Kinder und Jugendliche fangen an sich selbstverständlich in Chatrooms und sozialen Netzwerken zu bewegen und machen sich häufig nicht genügend Gedanken darüber, wie sie sich schützen können. Eine Studie der Universität zu Köln aus dem Jahre 2005 (Aggression, Gewalt und sexuelle Belästigung in Chatrooms. Eine Untersuchung der Chat-Kommunikation Jugendlicher im Alter zwischen 10 und 19 Jahren. Catarina Katzer, Institut für Wirtschafts- und Sozialpsychologie, Köln 2005) hat ergeben, dass 38,2 % der 10-19-jährigen Chatter ungewollt sexuell angesprochen wurden. Mädchen wurden häufiger „angemacht“ oder zu sexuellen Handlungen vor der Webcam aufgefordert, während Jungen häufiger berichteten, Fotos mit nackten Personen oder Pornos zugeschickt zu bekommen.
Die große Mehrheit will glauben, sexuelle Gewalt an Kindern findet immer nur woanders statt doch leider sieht die Realität anders aus: 80–90% aller Fälle finden im sozialen Umfeld des Kindes statt. Wir müssen begreifen, dass für Kinder und Jugendliche der Chatroom oder das soziale Netzwerk längst zu ihrem sozialen Umfeld gehört. Hier haben Täter und Täterinnen direkten Zugriff auf das Kind.
Verschiedenen Studien zufolge wird jedes vierte Mädchen und jeder siebte bis neunte Junge bis zum 18. Lebensjahr Opfer eines sexuellen Übergriffs. Das reicht vom Exhibitionisten bis hin zum schweren sexuellen Missbrauch.