Empirische Untersuchung zur Versorgung kindlicher und jugendlicher Opfer kinderpornografischer Ausbeutung in Deutschland
gefördert durch „Aktion Mensch“ - Oktober 2004 bis September 2007
Ziel der Studie war, die Erfahrungen von BeraterInnen und TherapeutInnen, die mit Opfern kinderpornografischer Ausbeutung arbeiten, zusammen zu tragen, zu sortieren, zu bündeln und allen in diesem Bereich Tätigen zur Verfügung zu stellen.
Darüber hinaus sollte der Austausch von Erfahrungen, z.B. im Rahmen von Fachtagungen, über bereits bestehende konkrete inhaltliche Arbeit vorangetrieben werden.
Zusammenfassung der Studie - PowerPointPresentation als PDF (34 KB)
Ausführlicher Abschlussbericht als Download (1,2 MB)
Hintergrund zur Studie
Am 19. September 2003 veranstaltete Innocence in Danger Deutschland in Berlin ein Internationales Forum zum Thema „Kinderpornografie im Internet“.
Ziel der Veranstaltung war eine erste Bestandsaufnahme in Deutschland und auf internationaler Ebene sowie die Vermittlung der internationalen Aktivitäten von Innocence in Danger.
Auf dem Forum wurde deutlich, wie weit verbreitet das Problem des sexuellen Missbrauchs an Kindern grundsätzlich ist. Es wurde allerdings auch eindrucksvoll demonstriert, wie leicht die Internettechnologie dazu genutzt werden kann, kinderpornographisches Material zu verbreiten. Es gilt also einerseits aktiv gegen sexuellen Missbrauch vorzugehen und andererseits eine Lobby zu aktivieren, die gegen die Verbreitung dieser Straftaten im Internet vorgeht.
Jährlich werden laut Statistik des Bundeskriminalamtes etwa 16.000 Kinder in Deutschland sexuell missbraucht. Im Jahr 2003 lag die Zahl der Fälle von Tatverdächtigen bzgl. Kinderpornographie bei knapp 2000 – Tendenz steigend. Die Dunkelziffer ist in beiden Fällen beträchtlich höher einzuschätzen, da nur die Minderzahl der Fälle zur Anzeige gebracht bzw. eigenständig durch die Polizei ermittelt wird. Im Fall der Verbreitung von Pornographie an Kindern dient das Internet als internationaler Marktplatz bzw. internationale Tausch- und Kontaktbörse für die pädokriminelle Szene. Es ist jedoch auch zu beobachten, dass „Heimvideos“ vermehrt ins Netz gestellt werden, um mit anderen „Gleichgesinnten“ in Kontakt zu kommen.
Doch wie sieht die Versorgung der Opfer aus?
In Deutschland existieren viele Organisationen, die sich mit der Problematik des sexuellen Missbrauchs an Kindern befassen. Eine deutsche Organisation, die Mitglied eines internationalen Netzwerks ist und sich zudem hauptsächlich mit der Problematik der pornographischen Ausbeutung von Kindern im Internet beschäftigt, gibt es in der Form noch nicht.
Da pornographische Ausbeutung von Kindern einerseits ein lokales Problem ist – Kinderpornographie ist die Dokumentation real stattfindenden Missbrauchs – aber durch das Internet daraus immer mehr ein globales Problem wird (wie z.B. Operation Marcy im September 2003 bewiesen hat: 26.500 Tatverdächtige in 166 Ländern, davon 502 in Deutschland), ergibt sich die zwingende die Notwendigkeit sowohl auf lokaler als auch internationaler Ebene aktiv zu werden.
Ziele der Studie
- Die Sensibilisierung für die spezielle Problematik von kinderpornografischer Ausbeutung und vor allem deren Verbreitung über das Medium Internet der spezialisierten Beratungsstellen gegen sexualisierte Gewalt in Deutschland, sowie der niedergelassenen Kinder- und Jugendlichen - Psychotherapeuten und der stationären psychiatrischen Einrichtungen für Kinder- und Jugendliche.
- Darüber hinaus soll der Austausch von Erfahrungen über die bereits bestehende konkrete inhaltliche Arbeit mit betroffenen Kindern und Jugendlichen vorangetrieben werden.
- Die Durchführung von Arbeitstreffen und Fachtagungen soll die regionale und überregionale Kooperation und Vernetzung fördern und über die Arbeit mit MultiplikatorInnen bundesweit den Zugang der betroffenen Kinder und Jugendlichen verbessern, Wissen vertiefen und Qualität sichern.
- Die Ergebnisse der vorangegangenen Recherchen sollen Fach- und Beratungsstellen gegen sexualisierte Gewalt bundesweit zur Verfügung gestellt werden, um so Kooperation zu vertiefen und Vernetzung, auch zu angrenzenden Fachgebieten, zu erreichen. Indem Standards im Umgang mit der Problematik kinderpornographischer Ausbeutung im Internet entwickelt werden, soll der Erfahrungsaustausch angeregt werden.
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Presse: Christine Bücken
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