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PROJEKTARCHIV


Hier finden Sie Informationen über die vergangenen Jahre

EU-Studie: ROBERT

ROBERT

 

steht für Risktaking Online Behaviour Empowerment through Research and Training – (Riskantes Internetverhalten – Handlungskompetenz durch Forschung und Aus- und Weiterbildung)

 

Mit ROBERT soll die Interaktion im Internet für Kinder und Jugendliche sicherer werden.

 

Dies soll erreicht werden, indem Erkenntnisse aus den Erfahrungen Jugendlicher mit Missbrauchsprozessen im Internet gewonnen und so die Faktoren ermittelt werden, die zur Gefährdung der Jugendlichen beitragen ebenso wie solche, die sie vor einer Gefährdung schützen.

 

Außerdem werden die Strategien der Täter im Zusammenhang mit Online-Grooming, also der sexuell motivierten Kontaktaufnahme zu Kindern im Internet, untersucht.

 

Es soll ermittelt werden, wie eine Missbrauchssituation im Internet entsteht. Kinder und Jugendliche sollen die nötige Handlungskompetenz erhalten, damit sie sich besser im Internet schützen können. Insbesondere werden die Möglichkeiten des besseren Selbstschutzes den Gruppen von Kindern zugute kommen, die als besonders gefährdet erachtet werden.

 

Häufige Fragen zu ROBERT
Wer wurde im Rahmen der Studie befragt?

 

  • Befragt wurden Betroffene im Alter von 12-18 Jahren aus sieben Ländern (Dänemark, Großbritannien, Schweden, Estland, Italien, Deutschland und Russland).
  • Ebenso erfolgten Befragungen in sogenannten Fokus-Gruppen. Unter den Fokus-Gruppen waren auch mögliche vulnerable Gruppen vertreten: GLBTI* (Gay, Lesbian, Bisexuell, Transsexuell, Intersexuell), Jugendliche, die in Institutionen leben, Jugendliche mit einer Behinderung, aber eben auch „reguläre“ Jugendliche, die keiner dieser Gruppen angehören.
  • Zudem erfolgte in Großbritannien und Italien eine Befragung von Tätern, die online Kontakt zu Kindern/Jugendlichen hergestellt hatten, um dann online oder offline zu missbrauchen bzw. von Tätern, die digitale Kommunikation als Mittel zur Beziehungsgestaltung genutzt haben.

 

Was heißt „Betroffene“ im Sinne der Studie? :

 

  • Der Kontakt zum Täter wurde online hergestellt und führte anschließend „offline“ zu sexuellen Übergriffen.
  • Das Opfer wurde „offline“ sexuell missbraucht, Bildmaterial der Tat kursierte schließlich online im Netz.
  • Sowohl der Kontakt zum Täter als auch der anschließende Zwang zu sexuellen Handlungen erfolgte ausschließlich online.

 

Welche Methode wurde für die Studie angewandt?

 

  • Es handelt sich um eine qualitative Studie. Der Fokus liegt darauf, Wirklichkeit anhand der Sicht der Gesprächspersonen abzubilden und mögliche Ursachen für deren Verhalten nachzuvollziehen und Verhalten zu verstehen. Die Stichproben wurden nach theoretischen Gesichtspunkten gebildet, die Fokus-Gruppen mit typischen Vertretern für den Untersuchungsgegenstand zusammengesetzt.

 

Was macht das Internet FÜR BETROFFENE so gefährlich?

 

  • Kinder und Jugendliche experimentieren mit der Selbstdarstellung im Netz, sie probieren im Netz aus, wie sie auf andere Personen wirken.
  • Kinder und Jugendliche steigen zunächst mit romantischen und naiven Vorstellungen in sexuell anzügliche Dialoge ein. Je intensiver der Dialog mit der Person wird, die man online kennengelernt hat, desto mehr wird ursprünglich vorhandenes Misstrauen ausgeblendet.
  • Anfangs herrscht der Glaube, die Kontrolle darüber zu haben, was im Netz veröffentlicht wird. Durch die speicherbare und vervielfältigbare Kommunikation verlieren die Kinder und Jugendlichen allmählich komplett die Kontrolle darüber, was mit dem von ihnen/ über sie bereit gestellten Material passiert. Einmal im Netz – immer im Netz! Dies gilt für das geschriebene Wort und scheinbar harmlose sexy Sprüche genauso wie für Bildmaterial. Derartiges Material kann nicht nur von anderen benutzt werden, um sie bloß zu stellen, sondern Täter behaupten außerdem, das Opfer hätte sexuellen Verkehr gewollt.

 

Betroffene fühlen sich komplett an die Täter ausgeliefert und leiden unter der Angst, wo, wann und wem der Täter demütigende Szenen oder pornografisches Bildmaterial veröffentlicht. Sie leiden extrem unter dem erlebten Kontrollverlust in Form des sexuellen Übergriffes oder in Bezug auf die Handlungen anderer und deren Entscheidung über Offenlegung.

 

Wann sind Kinder und Jugendliche laut Fokus-Gruppen besonders gefährdet?

 

  • Labile Kinder sind weitaus anfälliger für die Strategien der Täter. Je geringer die Selbstsicherheit, desto größer das Risiko.
  • Mädchen sind weitaus häufiger gefährdet als Jungen.
  • Je jünger die Kinder, desto höher das Risiko.

 

Welche Schutzmöglichkeiten sehen die Fokus-Gruppen?

  • Kinder müssen Selbstsicherheit und Stärke vermittelt bekommen.
  • Auch eine Regulierung des Internetzugangs erweist sich als Schutzmaßnahme.
  • Aufmerksamkeit und Achtsamkeit sind oberste Gebote für das Verhalten der Kinder und Jugendlichen in ihrer Umgebung.
  • Erwachsene Bezugs- und Betreuungspersonen müssen sich mit Vorgängen im Netz auskennen und den Dialog mit Kindern und Jugendlichen suchen. Dies gilt ganz besonders für betreuende Therapeuten.
  • Die Vermittlung von Medienkompetenz in der Schule wird als besonders essenziell angesehen.

 

Auffällig: Sowohl Risikofaktoren als auch die Forderungen für einen verbesserten Schutz, die die Jugendlichen selbst geäußert haben, waren in allen untersuchten Ländern identisch.

 

ROBERT: Berichte
Hier finden Sie die englischsprachigen Berichte der ROBERT Studie zum kostenlosen Herunterladen:

Online Verhalten im Zusammenhang mit sexuellem Kindesmissbrauch – Literatur Report (PDF 716 KB)

Online Verhalten im Zusammenhang mit sexuellem Kindesmissbrauch – Interviews mit betroffenen jungen Menschen (PDF 779 KB)

Online Verhalten im Zusammenhang mit sexuellem Kindesmissbrauch – Ergebnisse aus den Fokusgruppen (PDF 1,9 MB)

Interviews mit Online-Tätern (PDF 449KB)

Zusammenfassung für die Öffentlichkeit (PDF 285KB)

Zusammenfassung für die Fachöffentlichkeit (PDF 374KB)

 

Partner
Das Projekt wird vom Rat der Ostseestaaten CBSS, von EGCC, Expert Group for Cooperation on Children at Risk (Expertengruppe zur Kooperation für gefährdete Kinder), sowie gemeinsam mit folgenden Partnern durchgeführt und koordiniert:

 

  • Universität Tartu, Estland
  • Universität Linköping, Schweden
  • Universität Edinburgh, GB
  • Save the Children Dänemark
  • Save the Children Italien
  • Innocence in Danger, Deutschland
  • Stellit International, Niederlande und Russland
  • Universität Kingston, GB

Schützt endlich unsere Kinder

Die multimediale Welt des Internet, Handys und anderer Technologien hält viele wunderbare Kommunikationsmöglichkeiten bereit. Doch sie hat auch ihre Schattenseiten.

 

Auf unserer neuen Seite der Präventionsinitiative „Schützt endlich unsere Kinder“ finden Sie kostenlos wertvolle Informationen, Filme, Tipps und für Lehrer auch Unterrichtseinheiten, zum Herunterladen – um Kinder besser zu schützen und ihnen vor allem beizubringen, sich auch selbst zu schützen.

 

Den Ratgeber finden Sie zum Herunterladen (PDF).

Präventionsmodellprojekt 2008-2010

Smart User Song – zum Anschauen und Anhören – hier

 

Jugendliche und Internet, Handy & Co

 

Warum Prävention?

Das Internet wird nicht nur zur Verbreitung von Kinder-pornografie, sondern auch zur Anmache von Kindern und Jugendlichen genutzt. Mit dem Handy gefilmte sexuelle Handlungen werden blitzschnell verbreitet. 38,2 Prozent aller Jugendlichen werden im Chat ungewollt mit sexuellen Inhalten konfrontiert, aber nur 8 Prozent suchen Unterstützung, um sich dagegen zu wehren. Das alles spielt sich außerhalb unserer Wahrnehmung als Eltern und Lehrer ab. Geplant ist, langfristige Strategien zu entwickeln und auf breiter Basis Mittel und Maßnahmen für die Jugendlichen selbst, aber auch für Eltern, Lehrer und Erzieher zur Verfügung zu stellen.

 

Was wurde gemacht?

Innocence in Danger führte von 2008 bis Ende 2010 ein Projekt durch, bei dem gemeinsam mit Jugendlichen Präventionsstrategien für Internet und Handy entwickelt werden. An ausgewählten Schulen wurden über zwei Jahre Workshops mit Jugendlichen sowie Aufklärungsveranstaltungen für Lehrer/-innen und Eltern durchgeführt. Das Ziel: eine Website von Jugendlichen für Jugendliche, eine Präventionsidee für Handys und Anregungen zur Präventionsarbeit.

 

Abschlussbericht
Dezember 2010 hier (PDF 109 KB)

 

Zweiter Zwischenbericht
aus Juni 2009 als PDF Download hier (51 KB)

Erster Zwischenbericht
aus Oktober 2008 als PDF Download hier (22 KB)

 

Projektverantwortliche
Mailkontakt: info(at)innocenceindanger.de

Projektleitung: Annette Haardt-Becker

 

Projektdurchführung: Alexe Limbach und Jonas Schweitzer-Faust

Organisation: Claudia Liedig

 

Projektberatung: Julia von Weiler

 

Wir danken den Unterstützern

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Smart User Kreativwochenende 03/2009

SMART USER Kreativwochenende 27. – 29.03.2009

 

Dieses erste Kreativwochenende war ein grandioser Erfolg!

 

Von ‚unseren’ 64 Jugendlichen haben 43 (Gymnasiasten, Hauptschüler und Schüler der Förderschule für Kommunikation und Hören – gehörlose und schwerhörige Jugendliche) an dem Wochenende teilgenommen.

 

Im Vorfeld gab es nicht nur unter den Jugendlichen Ängste und Vorbehalte. Auch wir hatten großen Respekt – und vielleicht auch ein wenig Angst – vor unserem großen Vorhaben. Und dann hat dieses Wochenende unser aller Vorstellungen und Wünsche um ein 1000faches übertroffen!

 

Es war beeindruckend, wie diese so unterschiedlichen Kids miteinander in Kontakt kamen, wie sie an Selbstbewusstsein gewonnen haben – einfach weil man ihnen echt was zugetraut hat – wie sie Ideen entwickelt und hart an deren Umsetzung gearbeitet haben und wie sehr sie das Miteinander und die freie Zeit zwischendrin genutzt haben. Alle lernten Gebärdensprache, alle waren miteinander – bereits am Samstag gab es keine Grüppchenbildung mehr.
Und die Jugendlichen haben, trotz der kurzen Nächte, wirklich hart gearbeitet.

 

Sie waren interessiert, engagiert, kreativ und diszipliniert.

 

 

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So wurden an diesem Wochenende 2 Filme gedreht, ein Song (1 Minute 20 Sekunden immerhin) getextet und komponiert, ein Musikclip dazu gedreht und die Doku Gruppe hat alles dokumentarisch festgehalten. Die Filme und der Clip werden in den nächsten Wochen geschnitten. Das heißt, dann haben wir unglaublich viel Anschauungsmaterial. Damit hatten wir NICHT gerechnet!

 

Es war großartig, wie leicht, herzlich, zugewandt und selbstverständlich die gesamte Crew mit den Kids umgegangen sind. Vor allem die HipHoper von „Sprachlabor“ waren eine große Bereicherung und haben sich wirklich rein geschmissen! Sie sind großartig angekommen, haben toll mit den Kids gearbeitet und richtig viel geschafft. Ein wirklicher Zugewinn.
Das gesamte Team war super und es war eine riesige Freude mit so vielen einzigartigen, interessanten und herzlichen Menschen zusammenzuarbeiten. Wirklich schön zu erleben, wie sich jeder einbrachte und sich das Alles wie von selbst zu einem wunderbaren Ganzen zusammenfügte.

 

Es ist einfach fantastisch zu erleben, dass solche ehrgeizigen Vorhaben so wunderbar funktionieren und dass der Traum, diese verschiedenen Jugendlichen miteinander zu verbinden und dann noch mit Spaß und Elan zu unserem Thema zu arbeiten sich so wundervoll erfüllt hat!

 

Das macht diese Arbeit so lohnend und erfüllend! Wir halten Sie gerne weiter auf dem Laufenden.

Studie 2004 - 2007

Empirische Untersuchung zur Versorgung kindlicher und jugendlicher Opfer kinderpornografischer Ausbeutung in Deutschland

gefördert durch „Aktion Mensch“ – Oktober 2004 bis September 2007

 

Ziel der Studie war, die Erfahrungen von BeraterInnen und TherapeutInnen, die mit Opfern kinderpornografischer Ausbeutung arbeiten, zusammen zu tragen, zu sortieren, zu bündeln und allen in diesem Bereich Tätigen zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus sollte der Austausch von Erfahrungen, z.B. im Rahmen von Fachtagungen, über bereits bestehende konkrete inhaltliche Arbeit vorangetrieben werden.

 

Zusammenfassung der Studie – PowerPointPresentation als PDF (34 KB)

 

Ausführlicher Abschlussbericht als PDF (1,2 MB)

 

Veröffentlichung der Ergebnisse: Care and treatment of child victims of child pornographich exploitation (CPE) in Germany, Julia von Weiler, Annette Haardt-Becker, Simone Schulte in: Volume 16 Issue 2 July 2010: Journal of Sexual Aggression – Special Issue: Child Sexual Abuse and the Internet: Offenders, Victims and Managing the Risk; Co-editors: Julia Davidson, Ethel Quayle, Leonard Morgenbesser and Sarah Brown; Routledge Taylor & Francis Group

 

Short summary of the empirical Study concerning care and support of child and adolescent victims of child pornographic exploitation (CPE) in Germany
Supported by „Aktion Mensch“ – 2004 until 2007

 

Download the summary here

 

Publication: Care and treatment of child victims of child pornographich exploitation (CPE) in Germany, Julia von Weiler, Annette Haardt-Becker, Simone Schulte in: Volume 16 Issue 2 July 2010: Journal of Sexual Aggression – Special Issue: Child Sexual Abuse and the Internet: Offenders, Victims and Managing the Risk; Co-editors: Julia Davidson, Ethel Quayle, Leonard Morgenbesser and Sarah Brown; Routledge Taylor & Francis Group