Zahlen und Daten zu kinderpornografischer Ausbeutung
Pädokriminalität wird verstärkt von internationalen, kriminellen Netzwerken organisiert, die sich dabei digitaler Technologie und des Internets bedienen. Täter, die sexuellen Missbrauch an Kindern in Bild und Film dokumentieren, nutzen das Internet, um ihr "Material" zu tauschen oder ihr "Material" zu verkaufen und auch um "ihre Beute zu jagen", d. h. Kinder und Jugendliche anzusprechen.
- Experten zufolge erfahren ca. 40% der Kinder/Jugendlichen online sexuelle Anmache im Internet durch andere Jugendliche oder Erwachsene.
- Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnet seit Jahren einen konstanten Anstieg beim Besitz, der Beschaffung und Verbreitung von Kinderpornografie. Bilder im Internet zeigen zunehmend schwerste Gewaltausübungen gegen Klein- oder sogar Kleinstkinder. Insgesamt ist eine Tendenz zu immer jüngeren Opfern zu erkennen.
- INHOPE – der Dachverband von Internetbeschwerdestellen – erfasst in seinem Jahresbericht 2010 24.047 Meldungen über kinderpornografisches Material im Internet. (Knapp 9 Prozent davon, nämlich 2.098 Meldungen, gingen doppelt ein.) Der INHOPE-Bericht 2010 konstatiert, dass 22 Prozent der kinderpornografischen Seiten kommerzieller Natur sind – für den Zutritt oder die Beschaffung des Materials muss also Geld bezahlt werden.
- Seit 2002 erhielt und analysierte die US-Datenbank von NCMEC (National Center for Missing and Exploited Children) annähernd 49 Millionen kinderpornografische Fotos und Videos, darunter mehr als 13 Millionen allein in 2010 (Mitteilung Ernie Allen, CEO NCMEC 2011).
- Gemeinsam verfügen Interpol, CEOP und andere Datenbanken der Strafverfolgung derzeit knapp 1 Millionen Abbildungen individueller betroffener Mädchen und Jungen (CEOP: „The Way Forward,” Seite 7) .
- Im März 2011 führte Europol mit der "Operation Rettung" nach 3jähriger Ermittlungsarbeit einen Schlag gegen eine der größten bisher bekanntgewordenen Tausch- bzw. Verkaufsbörsen von Missbrauchsfilmen und –bildern im Internet. Ca. 70.000 Personen sollen in dem Netzwerk mit dem Namen boylover.net aktiv gewesen sein. Den Strafverfolgern gelang bisher 670 Verdächtige und 230 kindliche und jugendliche Opfer zu identifizieren.
- Konsumenten von kinderpornografischem Material leben in aller Regel in Beziehungen, haben Arbeit, verfügen über einen überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten und eine Universitätsausbildung und sind nicht vorbestraft (Blundell et al, 2002, "Child Pornography and the Internet: Accessibility and Policing", Australian Police Journal 56(1): 59-65).
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