HARTE FAKTEN


750.000 Pädokriminelle sind jede Sekunde online

 

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634 Millionen aktive Webseiten, 1 Milliarde aktive Mitglieder auf Facebook, 1,1 Milliarden Smartphone-Besitzer und 2,4 Milliarden Internetnutzern gab es 2013 weltweit. 300 Millionen neue Fotos werden täglich allein auf Facebook hochgeladen.

 

Diese Daten- und Bilderflut bietet ein ideales Versteck für illegale Internetseiten oder sogenannte Filesharing Netzwerke – Datentauschbörsen – mit schockierenden kriminellen Inhalten wie Kinderpornografie, Misshandlung und Kinderhandel.

 

Durch Smartphones und Webcams wird das Aufnehmen für jedermann einfacher, der Versand blitzschnell. Natürlich ist die politische Öffentlichkeit längst alarmiert, aber die Kriminalität an Kindern mittels digitaler Medien wächst so rasant, dass die Gesellschaft gegensteuern muss. Insbesondere im Bereich des sexuellen Missbrauchs haben die digitalen Medien zu einer Eskalation des Problems geführt. Jedem kinderpornografischen Foto liegt dabei ein realer Missbrauch zugrunde. Das entscheidend Neue am Internet ist…

 

  • der scheinbar anonyme und relativ günstige Zugang zu einer großen Anzahl pornografischer Bilder aus aller Welt, die jeder Zeit von jedem Ort zugänglich sind.
  • die Möglichkeit zur direkten, ungestörten Kontaktaufnahme mit vielen potentiellen Opfern in sozialen Netzwerken, Chatrooms, Onlinespielen oder über Messenger Dienste.

 

Das Netz ist frei – die Kinder sind Freiwild

 

Pädokriminalität wird verstärkt von internationalen, kriminellen Netzwerken organisiert, die sich digitaler Technologie bedienen. Im Internet tauschen und verkaufen sie ihr „Material“ und jagen „ihre Beute“, d.h. sie nutzen es, um Kinder und Jugendliche anzusprechen.

 

Laut MIKADO (2015) haben 10% der erwachsenen Internetnutzer Onlinekontakt zu ihnen unbekannten Kindern / Jugendlichen:

  • Bei 56 Millionen erwachsenen Internetnutzern 2015 = 5.600.000 Erwachsene (ARD/ZDF Onlinestudie 2015).
  • Davon haben laut MIKADO 19% sexuellen Online-Kontakt zu Jugendlichen = 1.064.000 Erwachsene 
  • und 5% zu Kindern = 280.000 Erwachsene.

 

 

  • Eine Studie der Universität zu Köln aus dem Jahre 2005 hat ergeben, dass 38,2 % der 10-19-jährigen Chatter ungewollt sexuell angesprochen wurden. Mädchen wurden häufiger „angemacht“ oder zu sexuellen Handlungen vor der Webcam aufgefordert, während Jungen häufiger berichteten, Fotos mit nackten Personen oder Pornos zugeschickt zu bekommen. 1

 

 

  • Die Tendenz geht zu schweren Gewaltausübungen – sogar gegen Kleinstkinder.

 

  • Laut der Internet Watch Foundation wurden 2013 13 182 Internetseiten identifiziert, die Aufnahmen von Kindesmissbrauch enthalten. 2010 waren es noch 1 351 Webseiten, eine Steigerung von fast 1000 Prozent also in drei Jahren.  2

 

  • IWF geht davon aus, dass 81 Prozent der Kinder auf den Aufnahmen jünger als 10 Jahre sind, davon sind 3 Prozent zwei Jahre oder jünger. 51 Prozent der gefundenen Webseiten zeigen IWF zufolge Aufnahmen von Vergewaltigungen und/oder Folter, die übrigen bilden sonstige Formen sexuellen Missbrauchs ab. 3

 

  • Die »Child Victim Identification Program«-Datenbank des „National Center for Missing and Exploited Children“ allein hat seit Gründung 2002 bis Juni 2013 mehr als 90 Millionen Missbrauchsabbildungen analysiert. Wie viele individuelle Opfer sich hinter dieser Zahl verbergen ist nicht bekannt. Die Opfer in diesen Darstellungen werden jedoch schrittweise jünger. Gezielt werden Kinder im vorsprachlichen Alter ausgewählt, denn diese können nicht um Hilfe bitten.

 

  • Ende 2013 bewies „terre des hommes“ Niederlande mit „Sweetie“, was wir unter dem technokratischen Begriff „Webcam Kindersextourismus“ zu verstehen haben. Sweetie ist die digitale Kunstfigur eines 10 jährigen philippinische Mädchens, deren Körper binnen weniger Wochen 20.000 Männer weltweit kaufen wollten. Diese Aktion enthüllte zum ersten mal einen neuen lukrativen Markt des Kindersextourimus der allein durch digitale Medien und globale Vernetzung ermöglicht wird.

 

  • Im März 2011 führte Europol mit der „Operation Rettung“ nach 3jähriger Ermittlungsarbeit einen Schlag gegen eine der größten bisher bekannt gewordenen Tausch- bzw. Verkaufsbörsen von Missbrauchsfilmen und –bildern im Internet. Ca. 70.000 Personen sollen in dem Netzwerk mit dem Namen boylover.net aktiv gewesen sein. Den Strafverfolgern gelang es, bisher 670 Verdächtige und 230 kindliche und jugendliche Opfer zu identifizieren.

 

  • Am 18. März 2014 meldeten Medien erneut einen großen Schlag gegen ein Netzwerk zur Verbreitung von Kinderpornografie. 27.000 Verdächtige, 2.000 Videos und mehr als 250 Opfer werden berichtet. US-Fahnder haben dabei einen der bislang größten internationalen Kinderpornoringe im Internet ausgehoben. 14 Verdächtige seien festgenommen und angezeigt worden.

 

  • Konsumenten von kinderpornografischem Material leben in aller Regel in Beziehungen, haben Arbeit, verfügen über einen überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten und eine Universitätsausbildung und sind nicht vorbestraft. 4

Notes:

  1. Katzer, Catarina: Aggression, Gewalt und sexuelle Belästigung in Chatrooms. Eine Untersuchung der Chat-Kommunikation Jugendlicher im Alter zwischen 10 und 19 Jahren. Institut für Wirtschafts- und Sozialpsychologie, Köln 2005.
  2.  Internet Watch Foundation: Annual and Charity Report 2012, in: www.iwf.org.uk/assets/media/annual-reports/annual_report_2013.pdf.pdf
  3.  Internet Watch Foundation: Annual and Charity Report 2012, in: www.iwf.org.uk/assets/media/annual-reports/annual_report_2013.pdf.pdf
  4. Blundell et al, 2002, „Child Pornography and the Internet: Accessibility and Policing“, Australian Police Journal 56(1): 59-65.