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Was Sie wissen müssen:

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Warum brauchen wir Kinderschutz im Netz?

  • Laut Kriminalstatistik wurde 2014 in Deutschland alle 37 Minuten ein neues Mädchen / ein neuer Junge missbraucht. Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2014 verzeichnete 12.134 Fälle sexuellen Missbrauchs mit 14.168 kindlichen Opfern (bis 14 Jahre) in Deutschland. Das bedeutet täglich wurden 33 neue Fälle mit 38 neuen Opfern angezeigt.

 

  • Die Schätzungen der Dunkelziffer bei sexuellem Missbrauch reichen von 1:5 bis 1:20 pro angezeigten Fall.

 

  • 750.000 Pädokriminelle sind laut FBI und UN zu jeder Sekunde online. 1

 

  • 79 Prozent der 12-13 Jährigen haben heute Internetzugang. 2

 

  • 68,9% der 10-13 Jährigen besitzen eigene Smartphones und 26,9% der 6-9 Jährigen. 3

 

  • 40% der Kinder und Jugendlichen werden im Internet sexuell belästigt. Das wird als Cybergrooming bezeichnet.

 

  • Die meisten Opfer sind zwischen 13 und 15 Jahre alt.

 

  • Obwohl die Jugendlichen oft wissen, dass sie mit Erwachsenen sprechen und die Sex von ihnen wollen, lassen sie sich trotzdem auf ein Treffen ein. Alles wirkt freiwillig, weil sie die perfide Manipulation nicht begreifen und die Konsequenzen unterschätzen.

 

  • Fast jeder 10. Jugendliche hat bereits pornographisches oder gewalthaltiges Material zugeschickt bekommen.

 

  • Laut Bundeskriminalamt nehmen Besitz, Beschaffung und Verbreitung von Kinderpornografie zu. Die Tendenz geht zu schweren Gewaltausübungen – sogar gegen Kleinstkinder.

 

  • Die »Child Victim Identification Program«-Datenbank des „National Center for Missing and Exploited Children“ allein hat seit Gründung 2002 bis Juni 2013 mehr als 90 Millionen Missbrauchsabbildungen analysiert. Die Opfer in diesen Darstellungen wurden schrittweise jünger. Von den 3.500 identifizierten waren 10% Säuglinge und Kleinkinder und 67% präpubertäre Kinder. Gezielt werden Kinder im vorsprachlichen Alter ausgewählt, denn diese können nicht um Hilfe bitten.

 

  • In den USA und Großbritannien beteiligte sich laut Studien jedes vierte Kind an „Sexting“. Das bezeichnet das Versenden von sexualisierten Bildern und Videos durch Jugendliche. Mit WhatsApp oder Snapchat ist es auch verstärkt in Deutschland auf dem Vormarsch.

 

  • Konsumenten von kinderpornografischem Material leben in aller Regel in Beziehungen, haben Arbeit, verfügen über einen überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten, eine Universitätsausbildung und sind nicht vorbestraft.

 

Beispielfälle:

 

  •  Allein im Netzwerk boylover.net waren ca. 70.000 Personen aktiv. Den Strafverfolgern gelang es, bisher 670 Verdächtige und 230 kindliche und jugendliche Opfer zu identifizieren.

 

  • Der SPD Politiker Edathy, der Bundesvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung, Georg Hupfauer, und ein hoher Beamter des Bundeskriminalamtes wurden in der Operation „Spade“ (Spaten) als Kunden eines Kinderporno-Netzwerkes identifiziert. 45 Terabyte Daten (500 Stunden Videomaterial und 70.000 Bilder) mit pornographischen Bildern und Filmen wurden sichergestellt. 386 Kinder gerettet und 341 Menschen festgenommen.

Notes:

  1. UN Human Rights Council, Report of the Special Rapporteur on the Sale of Children, Child Prostitution and Child Pornography, Najat M’jid Maalla, 13 July 2009, A/HRC/12/23, unter: http://www.refworld.org/docid/4ab0d35a2.html (letzter Zugriff am 23 April 2014).
  2. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (Hrsg.); KIM-Studie 2013. Jugend, Information, (Multi-) Media, Basisuntersuchung zum Medienumgang 12-19-Jähriger in Deutschland, Stuttgart 2013: http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf13/JIMStudie2013.pdf.
  3. Internationales Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernesehen (IZI) (Hrsg.): Grunddaten Kinder und Medien 2013: www.br-online.de/jugend/izi/deutsch/Grunddaten_Kinder_u_Medien_2013_de.pdf